In Joseph Schumpeters Ausführungen zum Steuerstaat und zur Herausbildung sowie zum Charakter moderner Staatlichkeit finden sich deutliche Hinweise darauf, dass ihm wesentiche Ingredienzien der Konzeption eines „modernen“, demokratisch verfassten Steuer- und Leistungsstaats gegenwärtig waren. Im Hinblick auf die Staatsausgaben und Staatsaufgaben findet sich der Gedanke, der moderne Staat sei eine Maschinerie zur Verwirklichung jener Ziele, die privat-dezentral bzw. einzelwirtschaftlich nicht realisierbar sind. Gemeint ist hier ein Komplex von Zielen, der in einer in die deutsche Staatswirtschaftslehre des 19. Jahrhunderts zurückreichenden Tradition, die Mitte des 20. Jahrhunderts von Richard Musgrave und Paul Samuelson in den Mainstream der ökonomischen Theorie integriert wurde, als öffentliche Güter bezeichnet wird. Darüber hinaus betont Schumpeter insbesondere die Rolle des Staates im Konzext kapitalistischer Entwicklung im Sinne eines über die Ökonomie hinausreichenden Prozesses gesellschaftlicher Rationalisierung und Individualisierung.

Sturn, Richard, and Rudolf Dujmovits. „Joseph A. Schumpeter und der Steuerstaat.“ Fiskus-Verfassung-Freiheit. Nomos Verlagsgesellschaft, 2018.