Am von in der Kategorie Dokumentation.

Warum sind Gedanken-, Presse- und Redefreiheit eigentlich wichtig? Hat diese Freiheit einen Zweck, braucht sie einen, und wenn ja, dann welchen? Wie steht es um sie; wie arg ist sie durch das gegenwärtige Erstarken autoritärer Regimes in aller Welt bedroht? Wie umfangreich ergänzt Selbstzensur mittlerweile schon die tatsächliche Zensur, und was ist darunter überhaupt zu verstehen? Haben die rechtsstaatlichen Regierungen noch die Kontrolle, und ist eine staatliche Regulierung dessen, was in den Medien gesagt und geschrieben wird, überhaupt eine gute Idee? Was ist mit den anderen Akteuren, den internationalen Kommunikationskonzernen wie Facebook und Twitter? Was sollen Medien eigentlich leisten, und kommen sie dem nahe? Sind die Erwartungen angemessen? Ist es eine realistische Hoffnung, dass sich die Menschheit eines Tages auf universelle Formen des Umgangs wird einigen können, dass sie also trotz unterschiedlicher Kulturen einen Konsens darüber findet, wie weit die Redefreiheit gehen soll? Wo könnte die Grenze liegen? Diesen Fragen sind die Teilnehmer des Gesprächskreises Publizistik vom 14.-16. Juli 2017 nachgegangen. Hier ein paar Fotos vom Seminarhaus Liebfrauenberg in Haintchen (und vom Limburger Dom) – und das Programm mit Readings.

 

„Nachdenken über die Redefreiheit“

Programm

Gesprächskreis Publizistik des Netzwerkes Ordnungsökonomik und Sozialphilosophie NOUS

& Universitäts-Seminar im Rahmen der Förderinitiative „Dialog Wissenschaft und Praxis“ der Hanns Martin Schleyer-Stiftung

Leitung: Dr. Karen Horn (Univ. Erfurt) & Prof. Dr. Michael Wohlgemuth (Univ. Witten/Herdecke)

 

Freitag, 14. Juli 2017

17.30-19.00 Uhr         Sitzung I: Die Begründung von Gedanken- und Redefreiheit

                                John Stuart Mill (1859): Über die Freiheit. Kapitel 2: Über die Freiheit des Gedankens und der Diskussion. Reclam.

 

Samstag, 15. Juli 2017

9.30-11.00 Uhr           Sitzung II: Der Zustand von Gedanken- und Redefreiheit heute

                                Freedom House (2016): The Battle For the Dominant Message. Freedom of the Press 2016, S. 1-7. Verfügbar hier.

                                Freedom House (2016): Silencing the Messenger. Freedom on the Net 2016, S. 1-3. Verfügbar hier.

111.30-13.00 Uhr         Sitzung III: Erwartungen an die klassischen Medien

                                Lutz Hagen (2015): Nachrichtenjournalismus in der Vertrauenskrise, in: Communicatio socialis, Bd. 48 (2), S. 152-163

                                Karen Horn (2007): A Market Like Any Other, in: Independent Review XII, 1, S. 27-46. Verfügbar hier.

14.00-15.30 Uhr         Sitzung IV: Der Pferdefuß der sozialen Medien

                                Walter Quatrociocchi, Antonio Scala und Cass Sunstein, Echo chambers on Facebook. Working paper. Verfügbar hier.

                                Carolin Emcke: Gegen den Hass. S. Fischer. Vorwort, S. 11-20. Verfügbar hier.

                                George Orwell (1945): Animal Farm. Appendix: The Principles of Newspeak. Verfügbar hier.

 

Sonntag, 16. Juli 2017

9.30-11.00 Uhr           Sitzung V: Von den Grenzen der Redefreiheit – Zwischen Zensur und Achtsamkeit

                                Timothy Garton Ash (2016): Redefreiheit. Hanser, S. 123-146, 206-211, 316-384.

                                Espen Egil Hansen (2016): Listen, Mark. Aftenposten vom 8. September 2016. Verfügbar hier.

11.30-13.00 Uhr         Sitzung VI: Universale Prinzipien für die Redefreiheit

                                Timothy Garton Ash (2016): The Ten Principles for Free Speech. BBC Radio. Verfügbar hier.