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In der ersten Augustwoche fanden sich 16 Oberstufenschüler und angehende Studenten im Umland von Berlin zusammen zur „AGORA – Sommerakademie für Philosophie, Ökonomie und Politik“. Eine Woche lang beschäftigten sich die hochmotivierten jungen Menschen mit grundlegenden wie auch mit ganz konkreten Fragestellungen aus den Bereichen, die unser Zusammenleben wesentlich prägen. Die Veranstaltung, die dieses Jahr zum ersten Mal in diesem Format durchgeführt wurde, war ein voller Erfolg, was insbesondere den großartigen Teilnehmern zu verdanken ist.

Die zwischen 16 und 22 Jahre alten Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen aus ganz Deutschland, vom Südschwarzwald bis zur Ostsee. Die Hälfte von ihnen hatte gerade in diesem Jahr Abitur gemacht, fünf gehen noch zur Schule und drei studieren bereits. Auffallend war das sehr hohe Niveau, das sie bereits mitbrachten: Immanuel Kant oder John Rawls waren für etliche vertraute Philosophen; die Beschäftigung mit Literatur ein ebenso natürlich ausgelebtes Interesse wie die Auseinandersetzung mit soziologischen Theorien. Die Teilnehmer hatten unterschiedliche Überzeugungen (einige waren auch Mitglieder von politischen Jugendorganisationen), fügten sich aber zu einer außergewöhnlich harmonischen Gruppe zusammen, in der sie einander mit Respekt und Sympathie begegneten. Die intensiven Diskussionen bei den Mahlzeiten und bis spät in die Nacht hinein am nahegelegenen See legten beredt Zeugnis ab von der intellektuellen Reife wie auch von der menschlichen Größe der Teilnehmer.

Zum Curriculum der Woche gehörten unterschiedliche Themenbereichen wie „Die Macht der Ideen“, „Methodologischer Individualismus“ und „Die Suche nach der Gerechtigkeit“. Im Laufe der Akademie wurden Philosophen wie Aristoteles, Karl Popper und Robert Nozick vorgestellt; Ökonomen wie Adam Smith, Friedrich August von Hayek und Walter Eucken; und politische Denker wie John Locke, Max Weber und James M. Buchanan. Ein Planspiel versetzte die jungen Menschen an den ersten beiden Abenden auf die Bühnen von Innen- und Außenpolitik, wo sie eine Lösung für die Flüchtlingskrise finden mussten. In Debatten- und Schreibtrainings konnten sie sich praktische Fähigkeiten aneignen und bei einer Einheit zu Konfliktlösungen sorgte die Aufgabe, mit dem Nachbarn zusammen einen Hund zu zeichnen, für nachhaltige Heiterkeit. An einem Tag stand ein Besuch in Berlin auf der Tagesordnung, wo Besuche bei dem Verband „Die Familienunternehmer“, in der Redaktion des „Tagesspiegel“ und im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie Einblicke in einige der Bereiche boten, in denen sich Philosophie, Ökonomie und Politik in der Praxis bewähren. Kompetente und offene Gesprächspartner sorgten dort für hochkarätige Diskussionen.

Die Leitung lag bei einem jungen Team aus vier Leuten: einer Psychologin, einem Politikwissenschaftler, einem Ökonomen und einem Theologen. Die vier Leiter, die auch als Dozenten wirkten, durften die Gruppe während der gesamten Woche begleiten. Unterstützt wurden sie von der Publizistin Dr. Karen Horn und den Ökonomie-Professoren Michael Wohlgemuth und Stefan Kolev. Durchgeführt wurde die Veranstaltung in Kooperation mit der „Aktionsgemeinschaft Soziale Marktwirtschaft“ und mit „NOUS – Netzwerk für Ordnungsökonomik und Sozialphilosophie“. Für die Finanzierung sorgten sehr großzügige private Spender, denen von Teilnehmern und Dozenten ein sehr herzlicher Dank gilt. Auch im nächsten Sommer wird es wieder eine „AGORA Sommerakademie“ geben und wir sind sehr zuversichtlich, dass die hier entstandenen und entstehenden Freundschaften auf der menschlichen wie auf der fachlichen Ebene noch viele Früchte tragen werden.